Mit dem Rad von Hamburg nach Kopenhagen

Eine Radtour ganz allein für mich

Vor einiger Zeit hat Lisa beschlossen, dass sie ab und zu alleine Ausflüge machen möchte, und dass sie gerne mal eine längere Radtour machen würde. So entstand die Idee, alleine von Hamburg nach Kopenhagen zu machen. Die letzte Mehrtagestour, die Lisa gemacht hat, ist schon eine ganze Weile her, und war hügeliger und anstrengender, als Lisa das so gedacht hat. Dieses Mal soll das aber anders werden, Spaß soll es machen; ein besseres Rad und bessere Radtaschen hat Lisa ja auch inzwischen, und das mit dem Training wird schon irgendwie werden…

In der Vorbereitung fährt Lisa dann auch mehrfach mit dem Rad zur Arbeit und macht einige längere Touren. So ganz geglückt ist die Vorbereitung nicht, da Lisa ausgerechnet ausgerechnet am Osterwochenende, als sie intensiv trainieren will, krank ist – aber besser ausgeruht und untertrainiert als umgekehrt.

Nach der ersten Proberunde mit Gepäck beschließt Lisa, dasselbe noch mal deutlich zu reduzieren. Es gibt eine Tasche für Kleidung und eine für Essen – letztere enthält auch den Trangia-Kocher, ohne den Lisa auf keinen Fall aufbrechen will.

So sieht es dann insgesamt aus:

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Das Rad – man beachte den Kaffeebecher in der dritten Halterung

Im Nachhinein betrachtet, waren die Taschen zu voll; wenn es mal richtig geregnet hätte, wäre der Verschluss wahrscheinlich nicht dicht genug gewesen. Was war zu viel? Faltbare Tupperschüsseln wären hilfreich; Lisa hat zwar im Vorfeld welche gekauft, die waren aber nicht dicht (wie sich bei der Proberunde rausgestellt hat) und mussten dann doch zu Hause bleiben. Ein Hemd (statt 2) hätte zur Not auch genügt; ansonsten war fast alles notwendig.

Die Tour

Freitag morgen geht es los. Es ist nasskalt. Nach 200 m kehrt Lisa um, um doch noch die Windstopper-Handschuhe mitzunehmen. Eine weise Entscheidung, wie sich später herausstellen wird. Mit dem Rad geht es zum Bahnhof, dann mit dem IC nach Hamburg.

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Im IC von Frankfurt nach Hamburg ist wie Faserland rückwärts lesen; und tatsächlich bestellt im Speisewagen eine Frau einen Sekt und sagt, sie hat ihr Motorrad auf Sylt, und da fährt sie jetzt hin. Ansonsten angenehm ruhig. Im Abteil ein Kind, das immer sagt, „vielen Dank“, wenn die Durchsage kommt „Wir wünschen Ihnen eine angenehme Fahrt“. Ready Player One angefangen, geschlafen, gestrickt, Waffel gegessen.

Mit dem Rad Hamburg raus geht es überraschend gut, wenn auch langsam. Es ist nicht so voll und hektisch wie in Frankfurt. Bis Lübeck sind es fast durchgehend Radwege; als Lisa ein kurzes Stück auf der Landstraße fährt, kurbelt ein älterer Herr in einem SUV die Scheibe runter und ruft „Da drüben ist ein guter Raddweech.“ Es gibt überraschend viel Wald und kleine Hügel bis Lübeck. Überhaupt wird es auf dieser Tour noch überraschend viele kleine Hügel geben. Die Gegend ist dünn besiedelt, große, alte Gärten, gepflegt. Wie eine Zeitreise. Lübeck selbst ist wieder unspektakulär, Lisa bewundert das Buddenbrook-Haus von außen.

Am nächsten Tag geht es von Lübeck nach Puttgarden, 105 km! Die ersten 20 km bis Scharbeutz sind mühsam; Lisa fährt zwischen einer lauten Straße und einem stinkenden Acker. Immer noch ganz schön viele Hügel. In Scharbeutz kommt dann langsam die Sonne raus.

Lisa isst die mitgebrachten Nudeln am Strand und kauft sich ein Crepe mit Nutella (in Frankfurt in der Eishalle ist mehr Nutella drauf, aber gut, da ist halt auch kein Strand). Dann geht es eine Weile am Meer entlang, es ist schöner als gedacht. Wieder ins Landesinnere, schmale Straßen, Rapsfelder. Ein Mann mäht Rasen in einem Testbild-T-shirt. Er sieht aus wie Adrian McKinty.

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Irgendwo vor Oldenburg

Nach 60 km kommt Oldenburg. Lisa verzichtet auf die Stadt und kauft bei REWE ein. Danach wird es anstrengend, der Gegenwind nimmt stetig zu, und früher als gedacht steht Lisa plötzlich vor der Fehmarnsundbrücke. Dort geht eine Rampe nach oben, alles noch recht harmlos für Menschen mit Höhenangst, da Bäume rechts und links. Auf der Brücke weht dann sehr starker Wind; selbst ohne Höhenangst wäre das Radfahren hier keine gute Idee, mit Höhenangst geht es gar nicht. Also schiebt Lisa das Rad und schlägt sich dabei mehrfach das Pedal ans Bein; die blauen Flecken werden noch Tage später zu sehen sein. Es geht allerdings besser als erwartet; Lisa kommt ohne Panik auf die andere Seite und ist mächtig stolz auf sich. Höhe klappt alleine oft besser; vor allem, wenn man weiß, dass man da jetzt drüber muss und es keine Alternativen gibt.

Auf Fehmarn angekommen, ist Lisa müde und möchte auf dem schnellsten Weg ins Bett; die letzten 20 km mit Gegenwind und die Brücke sind doch kräftezehrend. Leider stellt sich heraus, dass man keineswegs auf einem Radweg an der Straße entlang fahren kann, und so quert Lisa bei km 95 Fehmarn auf Feldwegen. Zum ersten Mal fühlt sie sich etwas mulmig – hier kommt sicher keiner vorbei, wenn man stürzt. Aber alles geht gut, und nach über 100 km (die Garmin hat kurz vor Schluss aufgegeben) kommt Lisa im Hus Seeblick an. Morgen wird Zug gefahren, wenigstens ein Stückchen!

Tag 3 beginnt grau und kalt in Puttgarden. Nach einem guten Frühstück fährt Lisa Richtung Fährhafen. Obwohl sie vorher gelesen hat, dass sie durch den Autoschalter muss, dauert es ein bisschen, bis sie den richtigen Eingang findet. Man muss mit dem Fahrrad tatsächlich einfach in den Autoschalter reinfahren, wie es auch die Autos tun, und dort ein Ticket kaufen.

Nachdem Lisa endlich durch den Schalter durch ist, ist die erste Fähre auch schon weg. Zum Glück hat Lisa umdisponiert und wird ein kleines Stückchen Zug fahren, sonst könnte das ein sehr langer Tag werden! Die Fähre ist zum Glück nicht sehr voll; mit dem Fahrrad auf dem LKW-Deck ist bei Hochbetrieb sicher nicht so angenehm. So ist es ok; nur ein schwedischer Reisebus teilt sich den Platz mit Lisas Rad.

In Rødby angekommen wird es plötzlich sonnig und warm; die Radwege sind beschildert und haben einen Mittelstreifen!

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Rødby

Erstes Zwischenziel ist Maribo, von wo aus es mit dem Zug nach Nykøbing weiter geht. Das klappt recht gut, abgesehen davon, dass Lisas Rad im Zug im Weg steht, da sie das Fahrradabteil nicht entdeckt hat. Sowohl Maribo als auch Nykøbing sind eher trostlos; könnte auch daran liegen, dass Sonntag ist. Immerhin hat der Supermarkt offen und Lisa kauft Proviant ein. Nach Nykøbing geht es wieder nach Osten; der Wind wird stärker, und es zieht sich wieder zu.

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Das ist ein Farbbild.

Am Meer ist dann von der Sonne nichts mehr übrig; alles Grau in Grau. Kilometerlang geht es durch den Wald über Schotterwege nach Norden, immer am Meer entlang. Kein Mensch ist unterwegs; eine Panne möchte Lisa hier auch nicht haben; dementsprechend vorsichtig fährt sie über den Schotter. Ein älterer Herr war offensichtlich nicht ganz so erfolgreich wie Lisa und repariert mitten in Nirgendwo sein Rad. Auf die Frage, ob alles ok ist, antwortet er „ay, just fixing a puncture.“ Na ja, da würde Lisa dann doch gerne drauf verzichten.

Über Feldwege gelangt Lisa schließlich zum Etappenziel für diesen Tag, das Bed&Breakfast in Verjünge. Hier ist es bei gutem Wetter bestimmt schön. So erfreut sich Lisa daran, dass hier für die Gäste Tiefkühlpizzen und Bier bereit gehalten werden, und beendet den Abend bei einer Pizza Rustica und einem Tuborg.

Am nächsten Tag geht es nach einem sehr guten Frühstück (Klare Empfehlung für das Bed&Breakfast Aloe Vera Gardens in Vejringe) zunächst zur Fähre nach Stubbekøbing. Es ist wieder kalt und Grau. In der Wartezeit bewundert Lisa einige Radfahrer, die in die Gegenrichtung von der Fähre runterkommen; eine ältere Dame fährt sehr sportlich auf einem noch älteren Rennrad – das will Lisa später auch mal. Endlich geht es mit der Fähre rüber nach Bogø, die „hellgrüne Insel“, wenn Lisa das Willkommensschild richtig interpretiert.
Eigentlich sieht die Tour an diesem Tag nur 30 km bis zur nächsten Unterkunft auf der Insel Møn vor, aber der Radweg 9 biegt bald von der GPS Tour ab, Radweg 9 ist eindeutig schöner und mit weniger Verkehr, also fährt Lisa den. Und es lohnt sich; auf kleinen Straßen geht es runter zum Meer. Inzwischen ist auch die Sonne rausgekommen. und Lisa genießt im Hafen von Harbolle das Mittagessen aus dem Trangia.

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Essen im Hafen von Harbolle.

Die Einheimischen wie immer sehr freundlich, wenn Lisa unterwegs kocht; anstatt sich zu beschweren, dass die Holzbank Feuer fangen könnte, wünschen die Meisten „Guten Appetit“ (zumindest interpretiert Lisa das mit ihren fehlenden Dänisch-Kenntnissen so).

Über Hügel und Rapsfelder geht es dann weiter. Kurz vor dem Ziel lockt ein Café, hier noch mal einzukehren. Die Besitzer sprechen ausgesprochen gut deutsch (es stellt sich heraus, dass sie aus Haarlem sind, und deutsch „lernt man unterwegs“) und plaudern mit Lisa. Allerdings kann der Familienvater mit Lisas Solo-Tour so rein gar nichts anfangen und fragt, wie schrecklich es daheim sein muss, dass sie alleine fährt. Lisa findet es gar nicht schrecklich daheim und ist genervt von so viel Unverständnis, hat aber weder Lust noch Energie, sich zu rechtfertigen, bezahlt und fährt weiter zur Unterkunft. Im Købmansgaarden auf Møn wird Lisa 2 Nächte bleiben, morgen ist nämlich Ruhetag!

Blick aus dem Fenster, Købmansgaarden, Møn

Der Købmansgaarden auf Møn ist für einen Ruhetag ideal; es gibt ein großes Wohnzimmer, in dem Lisa strickt und Only Connect schaut; einzig die vier älteren Damen, die ebenfalls hier zu Gast sind und permanent in der Küche sitzen und reden, nerven Lisa ein wenig.
Am nächsten Tag ist Ruhetag, Lisa nutzt die Gelegenheit, Wäsche zu waschen und verschläft den Regen am Vormittag (den ersten und einzigen während der Tour!). Am Nachmittag, als die Damen dann zurückkommen von ihrer Tour und sich die Küche mit monotonem Geschnatter füllt, bricht Lisa dann zu einer kurzen Runde über Møn auf. Die Steilklippen im Osten bewundert sie eher aus der Ferne (man muss das mit Höhenangst ja auch nicht übertreiben) und genießt dafür das skandinavische Selbstbedienung-Café im Klippenmuseum. Es ist weder besonders schön noch besonders gut, aber skandinavische Museums Cafés, noch dazu mit warmer Suppe, haben etwas ungeheuer beruhigendes, fast wie in einem Eiscafé sitzen und den Autos zusehen.

Nach dem Ruhetag bleiben noch 2 Fahrtage bis Kopenhagen, das Schwerste ist geschafft! Am nächsten Morgen geht es im Nebel los; Lisa muss ständig anhalten und die Brille putzen und macht nach wenigen km im Supermarkt einen Stopp, um eine neue Batterie für das Rücklicht im Helm zu kaufen – bei dem Wetter sicher keine schlechte Idee. Immerhin ist es windstill und fährt sich deutlich besser. Hinter Møn hat sich der Nebel verzogen, es bleibt grau, aber immerhin sieht man was (und wird hoffentlich auch gesehen). Nach einer Essenspause mit Bratkartoffeln vom Trangia gönnt sich Lisa in Præstø eine Waffel mit Milchkaffee. In den Zeitungen, die in dem Café ausliegen, geht es offensichtlich um die bevorstehende Wahl, aber leider kann Lisa zu wenig lesen, um den Inhalt zu verstehen. Gedankenverloren lässt sie hier das Handy liegen; zum Glück läuft die freundliche Dame raus, noch bevor Lisa losgefahren ist.
Weiter gehts, an schwarzen Schafen und bunten Ponys vorbei mit Rückenwind bis Stevns Klint.

Hier befürchtet Lisa Schlimmes, denn unterwegs hat der Vermieter eine Nachricht geschickt, dass das gewünschte Zimmer nicht verfügbar wäre, es gibt aber noch ein anderes, günstigeres Zimmer… War da nicht ein Schuppen auf der Homepage abgebildet? Die Befürchtungen erweisen sich aber als unbegründet, das neue Zimmer ist zwar in der Tat nicht besonders groß, aber ok, sofern man sich dem Teppichboden nicht allzu sehr nähert. Die Besichtigung von Stevns Klint muss allerdings bis zum Folgetag warten, da es den ganzen Tag nicht aufgeklart hat.

Stevns Klint, links die Kapelle, geradeaus Steilküste

Der nächste Tag – der letzte Fahrtag – beginnt damit, dass Lisa sich über so viel Sonne freut und die Tür zum Hof offen lässt, so dass sich ein kleiner Vogel in ihr Zimmer verirrt. Nachdem der ohne Unfälle befreit ist, fährt Lisa das kurze Stück bis Stevns Klint. Die Küste hier ist nicht ganz so steil wie die Steilklippe auf Møn, und mit der Sonne auch gleich viel schöner. Es gibt eine kleine Kapelle, die hinter dem Altar einen Balkon hat, von dem aus man die Steilklippe bewundern kann.

Vor der Klippe rudert ein Boot im Morgenlicht; so ungefähr muss die Beerdigung von König Artus ausgesehen haben, denkt Lisa. Allerdings hat der wohl nicht mehr selbst gerudert.
Die hier rudern jedenfalls nicht schlecht, fast wie Take That im Progress Video. Schön sieht das aus.

Weiter gehts im Sonnenschein nach Norden, mit Kaffeepause in Køge und kurzer Rast in Faxe Ladeplats. Besonders hübsch ist es hier nicht; der Gedanke an Faxe Bier ist auch nicht gerade erbaulich, also weiter! Richtung Kopenhagen geht es immer am Meer entlang; wieder Schafe, dieses Mal klassisch weiß. Zwischen Køge und Kopenhagen macht Lisa noch mal Rast am Meer; dass es so kurz vor Kopenhagen noch so einsam ist, ist überraschend. Zum letzten Mal gibt es Bratkartoffeln, dann geht es weiter.

Bis Kopenhagen zieht es sich doch mehr als gedacht; es geht an Stränden und einem kleinen Hafen vorbei. Langsam hat Lisa auch Hunger; aber noch mal Nudeln aus dem Trangia muss auch nicht sein. Endlich ist Kopenhagen erreicht; in Havnevigen hält Lisa im erstbesten Laden an und isst einen Burger. Neu und hipp ist es hier; Reihenhäuser direkt am Wasser mit eigener Terrasse.

Kopenhagen

Lisa in Kopenhagen

Nachdem sich Lisa mit einem Burger gestärkt hat, fährt sie die letzten km bis zum AirBnB. Kopenhagen ist ja als Fahrradstadt bekannt, und in der Tat gibt es mehr hier Fahrräder als Autos. Das Fahren erinnert Lisa an die Autobahn im Berufsverkehr, und sie muss sich ganz schön konzentrieren, um heil ans Ziel zu gelangen.

Kopenhagen selbst hat Lisa sich ja immer als die „wilde“ unter den skandinavischen Städten vorgestellt. So richtig wild ist es aber nicht; oder Lisa hat die entsprechenden Ecken nicht entdeckt. Sehr beeindruckt ist sie dagegen vom Louisiana Museum (eine halbe Stunde Zugfahrt ab Kopenhagen). Schon das Gebäude ist beeindruckend, die Ausstellung riesig. Besonders die Videoinstallationen gefallen Lisa; bei einer Installation ist ein Raum voller Betten, auf die man sich legen kann (Schuhe ausziehen!), und die Projektion ist an der Decke. Man hat den Eindruck, unter Wasser in einem Teich zu sein.

Die Rückfahrt

Lisa hatte zunächst geplant, den Zug von Kopenhagen nach Hamburg zu nehmen, und dann von Hamburg den Zug nach Hause. Als sie sich 2 Wochen vor der Tour um das Ticket Kopenhagen – Hamburg kümmern will, muss Lisa jedoch feststellen, dass derzeit Gleisarbeiten stattfinden, und nur ein Bus auf dieser Strecke fährt, der allerdings ewig braucht, mitten in der Nacht in Hamburg ist und vielleicht Fahrräder mitnimmt. Daraufhin beschließt Lisa, über Malmö, Trelleborg und die Nachtfähre bis Travemünde zurück zu fahren – viel teurer ist das auch nicht, und erlaubt mehr Zeit in Kopenhagen. Eine Recherche ergibt, dass der Öresund-Zug auch Fahrräder mitnimmt, und Regionalzüge nehmen schließlich immer Fahrräder mit (denkt Lisa).

Bei genauer Recherche vor Ort stellt sich heraus, dass in Schweden nicht jeder Zug Fahrräder mitnimmt; allerdings verkehrt zwischen Malmö und Trelleborg der sogenannte Pågatåget, in dem Fahrräder erlaubt sind.

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Blick aus dem Öresundzug

Nach kleineren Schwierigkeiten beim Fahrkartenkauf für den Öresundzug (lt. Automat braucht das Fahrrad eine Reservierung, die der Automat aber nicht verkauft; am Schalter meint die nette Dame dann, das wäre nur im Sommer ernst gemeint, hier ist das Ticket, viel Spaß und gute Fahrt), erreicht Lisa Malmö und findet dort auch den Pågazug. Der hat etwas Verspätung, aber keine Panik, der Zeitpuffer ist ausreichend, denkt Lisa. Im Zug kommt irgendwann die Durchsage „Resande till Trelleborg… nuschelt… nuschel…“ – niemand reagiert. Na ja, wird schon nicht so tragisch sein. Irgendwann hält der Zug an, alle außer Lisa steigen aus. Hmm, wird wohl ein größerer Ort sein, gleich gehts sicher weiter, denkt Lisa. Leider kommt dann der Schaffner, uns es stellt sich heraus, dass es jetzt nicht weitergeht, jedenfalls nicht mit dem Zug; der habe hier Endstation, und es gebe einen Bus bis Trelleborg. Und das Fahrrad? Na ja, man könne ja mit dem Busfahrer reden.

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Endlich auf der Nils Holgerson Fähre!

Der Bus stellt sich dann als Reisebus heraus, in den beim besten Willen kein Fahrrad passt, außerdem ist er auch schon voll. Vielleicht kommt noch ein anderer Zug, meint der Busfahrer, er kann jetzt jedenfalls nichts machen. Auf dieses „vielleicht“ will sich Lisa lieber nicht verlassen. Laut Google Maps sind es gerade mal 12 km bis Trelleborg, und es sind noch 1.,5 Stunden bis zur Abfahrt der Fähre – das sollte locker reichen! Lisa fährt sprintet daraufhin zur Fähre (nach 2 Ruhetagen geht das auch mit Gepäck erstaunlich schnell, wenn man die Fähre noch erreichen will), zum Glück geht es die ganze Zeit leicht bergab. Nach einer größeren Runde durch den leeren Hafen von Trelleborg erreicht Lisa endlich die „Nils Holgersson“, mit der es nach Travemünde geht.

Die Überfahrt mit der Nils Holgersson ist angenehm ruhig, morgens um 7:30 ist schon Ankunft in Travemünde. Auf der Heimfahrt wundert sich Lisa, wie viel schlecht gelaunte Menschen im Zug sind – vielleicht macht eine Woche Radfahren wirklich gelassener.

Fazit

Spaß hat es gemacht. Einsam war es manchmal auch ein bisschen. Lisa ist stolz darauf, dass sie es geschafft hat, Essen und Pausen so zu legen, dass sie – außer nach dem ersten Tag ein wenig – keine Kopfschmerzen hatte und nie das Gefühl hatte, zu müde zu sein und nicht weiter fahren zu können. Außerdem darauf, dass sie mit der Müdigkeit beim Fahren gut zurecht gekommen ist – manchmal geht es dann etwas langsamer, und manchmal braucht man auch eine Pause, aber in Summe hat es gut geklappt. Außerdem stolz auf die Überquerung der Fehmarnsundbrücke. Auf die Entfernung? Nicht besonders. Neue Erkenntnisse durch die Tour? Müdigkeit ist alleine angenehmer als zu zweit.

Wieder machen? Auf jeden Fall, sowohl alleine als auch zu zweit.

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