Intensiv-Suppen im Nationalpark „De Biesbosch“ – Teil 2

Nach ihrem ersten doch durchaus anstrengenden Tag des SUP-Urlaubs haben sich Lars und Lisa zunächst mal einen erholsamen Vormittag gegönnt, bevor sie gegen Mittag zur zweiten SUP-Runde aufbrechen. Im örtlichen Supermarkt werden noch ein paar Lebensmittel und Getränke für die Tour eingekauft – unter anderem ein Brotaufstrich mit dem Titel „zuvil spread“. Um das Großregal „hagelslag“ machen sie dagegen einen Bogen.

Heute haben sie auch entschieden die lokale Bootshafen-Wirtschaft noch stärker zu unterstützen und mit dem Auto auf den Parkplatz hinter der Schranke zu fahren. Lars verhandelt das mit dem Bootshafen-Wärter. Das ist ein anderer als gestern, und auch dieser nette ältere Herr scheint nicht so genau so verstehen, welche Art Boote da zu Wasser gelassen werden sollen. Aber er ist sehr hilfsbereit und zeigt Lars auf der Karte auch mögliche Paddel-Routen. Beim Verlassen trifft Lars auf ein junges Paar mit einem lebenden recht großen Papagei auf der Schulter der Frau und duckt sich sicherheitshalber ein wenig weg, was für Erheiterung sorgt.

Dann können Lars und Lisa in den Hafenbereich einfahren und ihre SUPs auspacken. Den inflate/deflate-Fehler vermeiden sie heute beide, und die 17 Pfund pro Quadratzoll sind einigermaßen schnell eingepumpt. Lisa mit ihrem Touren-SUP schnallt den Großteil der Verpflegung und auch den Trangia auf, und dann geht’s los. Lisa hat wieder eine interessante Route ausgesucht, aber zunächst einmal geht es gegen den deutlich stärker als gestern blasenden Wind raus aus dem Hafen-Bereich. Es ist Montag, und es sind klar weniger Boote als gestern unterwegs, was das Fahren angenehm macht. Einen Teil der Anfangsstrecke legen beide allerdings kniend zurück wegen des damit verbundenen geringeren Windwiderstands.

Lisa wählt immer wieder kleinere Abstecher von der im Internet vorgeschlagenen Route, um von den ganz breiten Stellen etwas weg zu kommen. So landen sie ab und zu in kleinen hübschen schmalen Armen, die auch für kurze auf-dem SUP-hinlegen-und-ausruhen-Phasen geeignet sind. Beim Weiterfahren beobachten Lars und Lisa dann aber ein irritierendes Phänomen: trotz normalen Paddelns scheinen sie nicht vom Fleck zu kommen. Auch das Hin-Knien bringt wenig, obwohl der Wind eigentlich kein echter Gegenwind ist und nur für kleinere Wellen auf dem Wasser sorgt. Lisas Physik-LK-Kenntnisse erklären das damit, dass das SUP auf einer glatten Wasseroberfläche wohl einfacher vorankommt als auf diesen kleinen Wellen, selbst bei Rückenwind. Lars findet diese Erklärung plausibel, und tatsächlich gleiten sie bei glatter Oberfläche besser voran. Wieder was gelernt.

Dann ist auch schon Zeit für eine Mittagspause. Lars und Lisa steuern einen Holzsteg an, machen die SUPs fest und packen den Trangia aus. Lisa hat ja von ihrem Dänemark-Trip recht aktuelle, umfangreiche Trangia-Erfahrung. Lars schneidet Paprika und Tomate klein, Lisa brät das Ganze an, dazu gibt es Couscous – stärkend und lecker. Freundliche Bootsführer, die vorbeifahren wünschen uns guten Appetit, zumindest interpretiert das Lars so. Und keiner schimpft mit uns, dass wir auf diesem Holzsteg einen Spirituskocher einsetzen – angesichts der vorhandenen Wassermengen ist das wohl für niemanden ein Problem. Danach gibt es noch einen Kaffee und das eingepackte Bisquit-Stückchen aus dem Bed&Breakfast, das doch sehr weihnachtlich-besinnlich schmeckt. Lars spült den Trangia notdürftig, und gut gestärkt setzen die beiden ihre Fahrt fort.

Es geht durch schmalere Kanäle, vorbei an Entenfamilien, Schwänen und schilf-bewachsenen Uferstücken, alles sehr entspannend und schön. Da sie mittlerweile den Rückweg eingelegt haben gibt es immer mal wieder Rückenwind, was – bei ruhigem Wasser – zusätzlich beflügelt. Das entfernt hörbare Donnergrollen und leichter Regen beunruhigen Lars nur kurz. Recht zuverlässig kann man auch kleineren Wegweisern folgen, die an markanten Stellen im Wasser eingeschlagen sind – umso irritierender, dass Lisa an einer dieser Markierungen behauptet, man folge dem Schild nicht mehr. Aber sie hat natürlich Recht (Navi 2.0) und bald erkennt Lars auch den schlängelnden Bereich von gestern mit der markanten Brücke am Ende wieder. Nach einer weiteren kurzen Pause mit Knäckebrot und zuviel Spread geht’s auf den letzten Teil der Strecke zurück zum Hafen.

Dort kommen die beiden nach einer weiteren sportlichen Paddel-Einheit an. Durchaus angestrengt, aber nicht so fertig wie am Vortag packen Lars und Lisa ihre SUPs ins Auto und Lars freut sich auf darauf, beim Abendessen im Bed&Breakfast wieder Schallplatten zu hören. Die Wahl fällt schnell auf die Rod Stewart-Best-of, trotz – oder gerade wegen – des ganz in pink gehaltenen Frontcovers, das auch Rods Jackett einschließt.

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